Geschichte der Tennisabteilung
Auszug aus der Festschrift zum 10-jährigen Jubiläum der Tennisabteilung im Jahr 1990, verfasst von der damaligen Schriftführerin Gisela Weiß.
Anfang der 70iger Jahre wuchs das Bedürfnis nach sportlicher Freizeitgestaltung. Eine große Nachfrage bestand ganz besonders nach dem Tennissport, da dieser im Laufe der Jahre seinen exklusiven Anstrich verloren hatte und zum echten Breitensport wurde.
"Eine Tennisanlage in Ostelsheim" - Diese Idee spukte schon seit Jahren in den Köpfen einiger Ostelsheimer.
Anfang 1979 bot sich eine günstige Gelegenheit, diese Idee zu verwirklichen, da sich die Gemeinde gerade mit der Planung einer neuen Sportanlage beschäftigte.
Bei einer ersten Informationsveranstaltung im Mai 1979 wurden Horst Dahm, Helmut Lohre und Reinhold Jäger beauftragt, weitere Untersuchungen anzustellen und eine baldmöglichste Abteilungs-Gründung vorzubereiten. Die Interessenliste ergab damals, dass 70 Personen eine Mitgliedschaft in einer VfL-Tennisabteilung erwerben würden, und sich zunächst zu einer Interessengemeinschaft "Tennis im VfL" bekannten.
Die Gemeinde nahm daraufhin eine Tennisanlage in die Gesamtplanung des neuen Sportgeländes auf.
Nun folgte eine etwas schwierige Konsolidierungsphase, in der immer wieder auftretende bau- und genehmigungstechnische Fragen zu klären waren. Dank der intensiven Zusammenarbeit zwischen Bürgermeister Nägele, dem damaligen Gemeinderat, Hauptverein und den Beauftragten der Interessen-Gemeinschaft "Tennis im VfL", waren im März 1980 die Voraussetzungen für eine Vereinsgründung gegeben.
Zunächst war für die Tennisplätze das Gelände zwischen altem und geplantem neuen Rasenplatz, also dort, wo später das Kleinspielfeld entstand, vorgesehen. Nachdem sich herausgestellt hatte, dass dieses Gelände aus bautechnischen Gründen nicht geeignet ist, wurde zusammen mit der Gemeinde nach Alternativen gesucht.
Eine solche Alternative war das gemeindeeigene Gelände vor den Parkplätzen. Dieses fand auch die Zustimmung der Genehmigungsbehörden und des Landesportbundes. Es hatte darüber hinaus den Vorteil, dass die Planung unabhängig vom übrigen Sportgelände vorangetrieben werden konnte.
Unter Beibehaltung der bisherigen Parkplatzgröße wurde dann ein Plan erstellt. Schwierigkeiten gab es noch wegen der unmittelbaren Nähe der Bahnlinie, die jedoch bald beseitigt werden konnten.
Zwischendurch wurden die Interessenten immer wieder in Informationsveranstaltungen über den Stand der Planungen auf dem laufenden gehalten.
Bei ihren vielfältigen Aufgaben fanden die Beauftragten große Unterstützung u.a. vom damaligen VfL-Vorsitzenden Heinz Nagel. Die Tennisabteilung war die erste Abteilung im VfL, die einen relativ hohen Finanzbedarf hatte und damit eigene Abteilungsbeiträge benötigte. Dies verlangte von allen VfL-Abteilungen einen Lern- und Umdenkungsprozess.
Nun konnte also am 28. März 1980 die Gründungsversammlung stattfinden.
Dass das vor knapp einem Jahr bekundete Interesse kein Strohfeuer war, bewies der sehr gute Besuch dieser Versammlung.
Dank einer außerordentlich Die Initiatoren haben schon damals erklärt, dass sie innerhalb des VfL eine “ganz normale“ Abteilung sein wollen und keinerlei Sonderstellung beanspruchen. Ihr erklärtes Ziel war und ist es, den Hauptverein nach Kräften zu unterstützen. Dies bewiesen die späteren Abteilungsmitglieder bald, indem sie u.a. einen nicht unerheblichen Teil der Eigenleistungen beim Bau des neuen Sportgeländes übernahmen.
intensiven und exakten Vorarbeit der Bevollmächtigten konnte ein recht zeitnaher Bericht sowie exakte Zahlen zur Finanzierung vorgelegt werden. So war es nicht verwunderlich, dass sich 74 Mitglieder des Vereins an der Gründung der Abteilung beteiligten und als deren Vorsitzenden Hort Dahm wählten. Als sehr positiv hat sich in der Folgezeit erwiesen, dass bereits in dieser Gründungsversammlung die komplette Führungsmannschaft einschließlich des Bauausschusses gewählt werden konnte
Den Abteilungsausschuss bildeten damals Horst Dahm, Helmut Lohre, Reinhold Jäger, Günter Horn, Hans Faber und Kurt Kleinert.
Im Bauausschuss waren Eberhard Gerlach, Günther Gerlach, Manfred Hiss, Heinz Mornhinweg und Hans Sebek.
Damit war die jüngste Abteilung des VfL Ostelsheim aus der Taufe gehoben.
Nun konnte der endgültige Planungs- und Bauauftrag erteilt werden. Die Firma Werner aus Haigerloch baute die Anlage; die komplette Außenanlage, die Umzäunung, Beregnungsanlage, die Zugangswege und die Vorrüstung für die Flutlichtanlage wurden in Eigenleistung der Mitglieder erstellt. Mehr als 1.500 freiwillige Arbeitsstunden fielen dabei an.
Am 30. Mai 1980 vollzog Bürgermeister Nägele unter Assistenz von VfL-Vorstand Heinz Nagel und Abteilungsleiter Hort Dahm den “ersten Spatenstich“.
Trotz einer langen Schlechtwetter-Periode gingen die Arbeiten zügig voran und am Abend des 23. Augusts 1980 gab es den lang ersehnten ersten Ballwechsel zwischen Helmut Lohre und Hort Dahm.
Vom 26. bis 28. September 1980 wurden die drei Plätze, genau ein halbes Jahr nach der Gründungsversammlung, offiziell eingeweiht. Neben einem VfL-Jugendabend in der Gemeindehalle standen die Feierlichkeiten ganz im Zeichen des Tennissports. Den vielen Besuchern wurde Tennis-Information und –Demonstration geboten.
Ein Mann der ersten Stunden war auch Platzwart Herr Ernst Gerlach, der sich seit Anfang um hervorragende Spielbedingungen auf den Tennisplätzen mit großem Erfolg bemüht.
In der ersten Abteilungsversammlung 1981 konnten sich die Tennismitglieder, inzwischen auf 70 Personen angewachsen, u.a. über die abgerechneten Baukosten informieren, die aufgrund der enormen Eigenleistungen 50.000 DM unter dem Kostenvoranschlag blieben.
Da man sich noch intensiver um eine gute Jugendarbeit bemühen wollte, wurde der Abteilungsausschuss um das Amt des Jugendwarts erweitert. Dieses Ressort übernahm Jörg-Uwe Koske. Die Aufgaben des Sportwarts übernahm Bernd Neufang von Reinhold Jäger.
Durch die Mitglieder wurden im Laufe des Jahres die Außenanlagen vervollständigt. So wurden Spielmöglichkeiten für Kinder, ein Grillplatz, weitere Sitzbänke und eine Überdachung des Freisitzes geschaffen. Damit die Mitglieder auch in den Abendstunden ihrem Hobby frönen konnten, wurde die Flutlichtanlage erstellt.
Im sportlichen Bereich fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die bis heute zum Bestandteil jeder Tennis-Saison gehören. Beim ersten “Jux-Turnier“ mussten wegen der vielen Tennis-Neulingen nicht weniger als 20 Personen zum “Zähldienst“ eingeteilt werden.
1982 begann die eigentliche sportliche Laufbahn der Abteilung. Eine Herrenmannschaft nahm an der Verbandsrunde des Württembergischen Tennisbundes teil.
Trainer waren damals Jürgen Rastetter und Werner Tekath.
In der Saison 18983 übernahm Thomas Bender das Training der Jugend und der Mannschaften. Zu der Herrenmannschaft kamen noch eine Knaben- und eine Juniorinnen-Mannschaft, die ebenfalls in der Verbandsrunde spielten.
Für 1984 konnte mit Werner und Volker Tekath ein neues Trainergespann gewonnen werden. Die beiden halfen mit, das sportliche Niveau weiter anzuheben.
5 Mannschaften ( 2 Jugend-, 2 Herren- und 1 Seniorenmannschaft) wurden für die Verbandsrunde gemeldet.
In diesem Jahr zeigte sich immer deutlicher, dass es unmöglich ist, ohne entsprechende sanitäre Einrichtungen und ohne Bewirtungsmöglichkeit den Anforderungen der Mitglieder und der Gastmannschaften gerecht zu werden.
Vorsichtig wagte man sich an den Gedanken eines Tennisheim-Baus.
In der Jahresversammlung 1985 stellte die Abteilungsleitung ein Planungs- und Finanzierungskonzept für ein eigenes Heim vor. Die Mitglieder stellten beim Hauptverein den Antrag, das Genehmigungsverfahren für den Bau eines Tennisheims östlich der Tennisplätze einzuleiten.
Ein weiteres Ereignis war der Führungswechsel in der Abteilungsleitung. Horst Dahm konnte sich für das Amt leider nicht mehr zur Verfügung stellen. Diese Tatsache wurde damals von den Mitgliedern mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen, hatte doch Horst Dahm 5 Jahre lang mit viel Engagement herausragende Arbeit als Abteilungsleiter geleistet. Für ihn übernahm Hans Faber die Geschäfte und muss nun seit 1985 zwei Ressorts versorgen. Diese große Belastung meistert Hans Faber mit Unterstützung seiner Familie bravourös.
Nach zeitweise zähen Verhandlungen wurde dem Neubau des Tennisheims zugestimmt. Unser “Haus-Architekt“ Günter Horn erhielt “grünes Licht“, um seine Ideen vorzustellen.
Dass wir mit Günter Horn einen hervorragenden Planer in unseren Reihen haben, zeigte sich allen nach der Fertigstellung des Gebäudes. Man darf das Tennisheim als außergewöhnlich gut gelungenes und sich behutsam in die Landschaft einfügendes Bauwerk bezeichnen. Mit Recht können neben dem Architekt alle Mitglieder stolz auf dieses Haus sein.
Ein weiterer Fortschritt war auch in sportlicher Hinsicht festzustellen. Neben den Jugendmannschaften spielten 2 Herren-, 1 Damen- und 1 Seniorenmannschaft in der Verbandsrunde mit. Die erste Herrenmannschaft hatte bereits ihren zweiten Aufstieg gefeiert und spielte nun in der Bezirksklasse.
Das Jahr 1986 stand ganz im Zeichen des “Neubaus Tennisheim“.
Zunächst musste ein Bauausschuss gebildet werden, der befugt war, Vergabebeschlüsse zu fassen und die Arbeitseinsätze zu koordinieren. Ihm gehörten folgende Mitglieder an: Helmut Lohre, Günter Horn, Siegfried Butsch, Erhard Groß, Manfred Hiss, Heinz Mornhinweg und Adolf Zipperer.
Für alle Mitglieder hieß es dann:
“Schaffa, schaffa, Häusle baua“.
An Arbeitsstunden mussten 1986 von den männlichen Mitgliedern 25 und von den weiblichen Mitgliedern 5 Stunden erbracht werden. Die Statistik zeigte später, dass diese Zahl von vielen um ein Mehrfaches überschritten wurde.
Dass auch im “Jahr des Bauens“ der Sport und die Geselligkeit nicht zurückstanden, bewiesen die zahlreichen Aktivitäten von Sportwart Bernd Neufang und dem neu gebildeten Vergnügungsausschuss mit Edith Gerbig, Renate Lohre, Karla Loos, Gaby Mornhinweg und Gerda Raith.
Bernd Neufang war es auch, der unseren Trainer Roland Boeckh nach Ostelsheim brachte. Mit Treue, Engagement und viel Erfolg leitet Roland Boeckh bis heute das Training der Mannschaften und der Jugendlichen. Für unsere erste Herrenmannschaft ist er eine deutliche Verstärkung.
Das Amt des Schriftführers übernahm Gisela Weiss von Kurt Kleinert, der 6 Jahre lang die Geschicke der Abteilung mit verantwortete.
Anfang April wurde die Baugrube ausgehoben. Die Arbeiten gingen trotz des teilweise sehr schlechten Wetters zügig voran. Die mithelfenden Tennisfreunde standen oft knietief in der weichen Erde. Mit dem Rohbau klappte es schließlich so gut, dass am 5. Juli 1986 zum Richtfest eingeladen werden konnte, das dann unter großer Beteiligung der Mitglieder gefeiert wurde.
Noch vor Wintereinbruch wurden die Gipser-, Glaser-, Sanitär-, Elektro- und Heizungsarbeiten ausgeführt. Der Innenausbau lief im Winter, so dass zu Beginn der Saison 1987 in das neue Heim eingezogen werden konnte.
Die Tennisabteilung ist also seit Frühjahr 1987 stolzer Besitzer eines eigenen Clubheims. Dank des unermüdlichen Einsatzes aller Mitglieder in über 3000 Arbeitsstunden ist das Haus innerhalb eines Jahres fertiggestellt worden. Was jetzt noch fehlte war ein gepflegtes Äußeres. Dies ließ aber nicht lange auf sich warten; in kurzer Zeit wurden auch die Außenanlagen in ein sehr ansprechendes Bild versetzt.
Die erste Feuertaufe bestand das liebevoll eingerichtete Heim während der Verbandsrunde 1987. Die Bewirtschaftung wurde von Anfang an von den Mitgliedern übernommen.
Aus Anlass der offiziellen Einweihungsfeierlichkeiten fanden viele Ostelsheimer am 23. August 1987 den Weg zum Tennisgelände. Bei einem “Tag der offenen Tür“ wurden die Räumlichkeiten der interessierten Bevölkerung vorgestellt. Daneben wurden die Gäste in guter Tennis-Manier bewirtet und eine Jugendgruppe der Trachtenkapelle Althengstett musikalisch unterhalten.
Viel Lob und Anerkennung ernteten die Tennisfreunde für ihren Neubau.
Das Clubheim ist nicht nur ein schmuckes, sondern auch zweckdienliches Haus. Es stehen 120 qm zur Verfügung. Im Keller sind die sanitären Anlagen untergebracht: Umkleideräume, Duschen und Toiletten. Das Erdgeschoss dient mit seinem gefließten Boden, den hellen Wänden und den geschmackvoll eingesetzten Holzteilen als Club- und Aufenthaltsraum mit kleiner Küche. Es strahlt für jeden Besucher eine “heimelige“ Atmosphäre aus.
Mit diesem Tennisheim hat die Abteilung innerhalb von 7 Jahren eine komplette Anlage geschaffen, auf die sie mit Recht sehr stolz sein kann.
In der Abteilungsleitung gab es im Jahr 1987 noch einige Veränderungen. Helmut Lohre hat nach 7-jähriger Tätigkeit als stellvertretender Abteilungsleiter bereits Mitte 1986 das Amt des Sportwarts übernommen. Die Gründung und das Bestehen der Tennisabteilung ist ihm zu einem wesentlichen Teil zu verdanken. Mit großem Einsatz hat er am Aufbau und an der stetigen Weiterentwicklung der Abteilung mitgearbeitet.
Als stellvertretender Abteilungsleiter konnte glücklicherweise Horst Dahm “reaktiviert“ werden. Darüber hinaus übernahm Bernd Sauerbrunn, der auch längere Zeit das Jugendtraining leitete, das Amt des Jugendwarts und Jörg-Uwe Koske wechselte in das Ressort des Wirtschaftsführers. Nachfolger von technischem Leiter Günter Horn wurde Heinz Mornhinweg und neu in den Ausschuss kam Edith Gerbig als Vergnügungswart.
Auf der sportlichen Seite ragte 1987 der Aufstieg der Senioren in die Bezirksklasse heraus.
Die erste Herrenmannschaft konnte ein Jahr später einen großen Triumph feiern. Sie schaffte souverän den Aufstieg in die Bezirksliga und behauptet sich bis heute gut in dieses Spielklasse.
Zu den traditionellen Tennis-Veranstaltungen kamen ab 1988 ein musikalischer Frühschoppen, das Sommernachtsfest sowie die Möglichkeit, das Sportabzeichen des Deutschen Tennisbundes zu erwerben, hinzu.
Nach mehreren Anläufen stieg 1989 die 2. Herrenmannschaft in die Kreisklasse 1 auf. Heinz Mornhinweg war nun Sportwart und Walter Necker übernahm das Amt des Jugendwarts. Beisitzer im Ausschuss wurde Erhard Groß.
Ein besonderes Ereignis ist jedes Jahr der “Saisonausklang“ in der Turn- und Festhalle. Mit viel Eifer wir die Halle ideenreich in einen Festsaal verwandelt. Der zahlreiche Besuch über 10 Jahre hinweg bestärkt die Abteilungsleitung, auch künftig auf diese Veranstaltung nicht zu verzichten.
Für die Tennisabteilung ist die Feier ihres 10-jährigen Bestehens Anlass zum Rückblick und zum Ausblick auf ihre Zukunft. Sicherlich musste man sich bei diesem Rückblich auf die wesentlichen Ereignisse der Abteilungsgeschichte beschränken .
Auch in Zukunft stehen bei den Tennisfreunden die Uhren nicht still. Besonders im Hinblick auf die inzwischen restlose Auslastung der Tennisplätze muss man sich Gedanken machen.
Die Tennisabteilung braucht, um weiterhin den Anforderungen ihrer Mitglieder und des Sports gerecht zu werden, unbedingt ein weiteres Tennisfeld. Dies bedarf intensiver Verhandlungs- und Vorbereitungsarbeit durch den Ausschuss. Man ist sich sehr wohl über die problematischen Platz- und Geländeverhältnisse bewusst, gleichzeitig aber zuversichtlich, dass auch diese Probleme in guter und bewährter Zusammenarbeit mit dem VfL-Hauptausschuss gelöst werden können.
Unser Dank gilt allen, die seit der Gründung bis heute mitgeholfen haben, eine solche Abteilung zu entwickeln und zu fördern.
Das Jubiläum soll ein Bekenntnis zum “weißen Sport“ und zur geselligen Gemeinschaft werden.